FamilienBildungsStätte
Kunstschule der GEMEINNÜTZIGEN
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Lübecker Musikschule
Deutsch-Italienische Gesellschaft
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Gemeinnütziger Verein Eichholz, Krögerland, Wesloe & Brandenbaum
Naturwissenschaftlicher Verein
Plattdütsche Volksgill
Theater Partout
Musik- und Orchesterfreunde Lübeck e. V.
Verein für Lübeckische Geschichte & Altertumskunde
Das Litterärische Gespräch

Litterärische Gespräche 2018 im Bildersaal der GEMEINNÜTZIGEN
Beginn 19:30, Eintritt frei

„Litterärische Gespräche“, hinter dieser vielleicht etwas altmodisch wirkenden Bezeichnung verbirgt sich eine Vortragsreihe, die daran erinnert, dass die „Gemeinnützige“ ursprünglich eine Lesegesellschaft war.

Donnerstag, 22. März 2018, 19 Uhr 30
Dr. Alexej Baskakov
Iwan Turgenjew: Ein Mittler zwischen Ost und West
Zum 200. Jubiläum des Dichters

Iwan Turgenjew (1818-1883), neben Tolstoi und Dostojewski ein großer russischer Romancier, dessen Talent sich in der kürzeren Romanform ausbildete, war ein filigraner Stilist, ein hervorragender Darsteller der russischen Landschaft und ein großer Seelenkenner, für seine literarischen Frauentypen berühmt. Der Vortrag beschäftigt sich mit seinem Leben und Werk, insbesondere mit seiner Rolle als Mittler zwischen Russland und Westeuropa.

Donnerstag, 26. April 2018, 19 Uhr 30
Dr. Brigitte Heise
Edvard Munch und Henrik Ibsen –
Eine fruchtbare Text-Bild-Beziehung
Edvard Munch und Henrik Ibsen – dies sind wohl die zwei Namen, die vor allem das Bild der Europäer von Norwegen und seiner Kunst prägen: Ibsen, einer der meist gespielten Dramatiker auf europäischen Bühnen, und die Kunst Edvard Munchs, die nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Kaum bekannt allerdings ist die Beziehung, die den Dichter mit dem Maler verband. Zumal dies eine besondere Beziehung ist, die kaum auf persönlichem Kontakt beruhte. Edvard Munch, selbst auch literarisch tätig, hat intensiv die Schauspiele des Dichters studiert und sich zum Teil mit den Personen dieser Dramen identifiziert. Es lassen sich etliche der Werke des Malers vor dem Hintergrund der Dramen Ibsens entschlüsseln. Ibsen wiederum hat in seinem letzten Werk auf ein Gemälde von Edvard Munch reagiert. So kann hier wirklich von einer wechselseitigen Erhellung und Befruchtung der Künste gesprochen werden. Es ergeben sich spannende, weitgehende Deutungen ihrer Werke durch die Analyse dieser wenig bekannten Text-Bildbeziehungen.

Donnerstag, 31. Mai 2018, l9 Uhr 30
Pit Holzwarth
Patti Smith: „Sätze, die vor Schönheit funkeln“
Schauspieldirektor Pit Holzwarth präsentiert und inszeniert am Theater Lübeck seinen Liederabend über Patti Smith, die „Godmother of Punk“ und deren bewegende, raue, melancholische, kraftvolle und unvergessliche Songs. Nach „Just Kids“ erschien 2016 der zweite Band ihrer Autobiografie „M Train“. Wer ist diese Frau, die in „Sätzen, die vor Schönheit funkeln“ (Der Spiegel) über das Alleinsein schreibt, über Murakami, Wittgenstein und Bulgakow und 2017 das Haus von Arthur Rimbaud kauft? Dieses Litterärische Gespräch ist die ideale Ergänzung zu einem Theaterabend, der einer faszinierenden Künstlerin gewidmet ist.

Donnerstag, 28. Juni 2018, 19 Uhr 30
Margrit Greiner
Charlotte Salomon: Es ist ein ganzes Leben
Das ganze Leben der Charlotte Salomon, das die Münchner Autorin Margrit Greiner in ihrer Biografie darstellt, währte nur kurz. Charlotte Salomon, 1917 geboren, aufgewachsen in einem großbürgerlichen, jüdischen Elternhaus, aus der Berliner Kunsthochschule gedrängt, emigriert 1939 nach Frankreich. 1943 wird sie, kurz nach ihrer Deportation, in Auschwitz ermordet. Sie hinterlässt über tausend autobiografische Bilder: „Leben? Oder Theater?“ Der Komponist Marc-André Dalbavie widmet ihr eine Oper, die 2014 uraufgeführt wird. Margrit Greiner, die sich in ihren Biografien auch Emilie Flöge, der Modeschöpferin und Gefährtin Gustav Klimts, und Charlotte Behrend-Corinth gewidmet hat, stellt ihr Buch und das Leben Charlotte Salomons vor.

Donnerstag, 30. August 2018, 19 Uhr 30
Jutta Kähler, Dr. Jürgen Schwalm
„Vorzüglich, vorzüglich! Muss sofort verboten werden!“
Ein Rezitationsabend mit Texten Heinrich Heines
Dass Heines vorzügliche Gedichte verboten werden müssten, meinte Fürst Metternich. „Ein geborener Provokateur und ein ewiger Ruhestörer“, der sich stets zwischen alle Stühle setzte, so charakterisierte ihn Marcel Reich-Ranicki. „Seit zwölf Jahren diskutiert man über mich in Deutschland, man lobt mich und man tadelt mich, aber immer mit Leidenschaft und unaufhörlich. Dort liebt man mich, verabscheut man mich, vergöttert man mich, beleidigt man mich.” – so Heine selbst 1835 über seine literarische Wirkung. 23 Jahre bis 1988 stritt man sich in Düsseldorf darüber, ob die Universität den Namen Heines tragen dürfe. Der romantische Poet und der politische Publizist, geliebt der eine, kritisiert der andere- sie kommen beide zu Wort.

Donnerstag, 20. September, 19 Uhr 30
Prof. Dr. Rolf Verleger
Hundert Jahre Heimatland?
Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus – so lautet der Untertitel von Rolf Verlegers Buch, das hundert Jahre nach der Balfour Deklaration von 1917 erschien. Rolf Verleger, bis 2017 als Psychologe Professor an der Universität Lübeck und ehem. Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, hält ein leidenschaftliches Plädoyer für den universalistischen Grundsatz, dass alle Menschen unveräußerliche Rechte haben. „Die ist die jüdische Tradition, die wir bewahren sollten. So bin ich erzogen.“ Verlegers Buch richtet sich gegen nationalreligiösen Fanatismus und ist zugleich ein Plädoyer für Gerechtigkeit für Palästina.

Donnerstag,18. Oktober 2018, 19 Uhr 30
Jutta Kähler
Wohlige Schauer des Grauens
Von Monstern und künstlichen Menschen in der Literatur
Es gibt kein größeres Wunder, als Leben zu schaffen. Vor 200 Jahren schreibt die 18jährige Mary Shelley einen Roman, der zum Welterfolg wird: „Frankenstein“ – ein literarisches Meisterwerk. Wir folgen dem „modernen Prometheus“ und seiner Wirkungsgeschichte, begegnen dem Golem der jüdischen Sage wie auch Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“. Das Monster ist mehr als ein Gegenstand der Schauerliteratur, der Gothic Novel. Prometheisches Denken bestimmt auch unsere Gegenwart. Der Blick weitet sich von Romanen von Stanislw Lem („Also sprach Golem“) und Charlotte Kerner („Kopflos“) bis zu Robotern, Cyborgs, Avataren und der Vision eines posthumanen Zeitalters.

Donnerstag, 15. November 2018, 19 Uhr 30
Dr. Ada Kadelbach
Paul Gerhardt und Ludwig Richter – eine wirkungsgeschichtliche Annäherung

Neben Martin Luther hat kein anderer Dichter geistlicher Lieder eine solche Verbreitung gefunden wie Paul Gerhardt. “Geh aus, mein Herz”, “Befiehl du deine Wege”, “Nun ruhen alle Wälder” etc. werden noch heute weltweit in fast allen Sprachen – auch außerkirchlich – gesungen. Was haben aber die 200 Jahre später entstandenen, millionenfach gedruckten Holzschnitte Ludwig Richters mit Paul Gerhardt zu tun? Ada Kadelbach, Hymnologin und ehemalige Leiterin des Amtes für Kultur, wird die bildkünstlerischen Bezüge zu Liedern des Barockdichters, die sie im grafischen Werk Ludwig Richters entdeckte, in Wort und Bild vorstellen.