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Veranstaltungen
Das Litterärische Gespräch

Bildersaal, Beginn 19:30, Eintritt frei

„Litterärische Gespräche“ – hinter dieser vielleicht etwas altmodisch wirkenden Bezeichnung verbirgt sich eine Vortragsreihe, die daran erinnert, dass die „Gemeinnützige“ ursprünglich eine Lesegesellschaft war.
Beginn ist immer 19:30, der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 28. Februar 2019
Rachel Behringer, Heiner Kock, Sophie Pfennigstorf und Anja Sackarendt (Theater Lübeck), Jutta Kähler:
Nosferatu und Dracula treffen Carmilla – Eine bissige Begegnung mit äußerst lebendigen Untoten
Bestseller der Literatur und des Films: Vampire haben Gesichter, die sich eingeprägt haben. Nosferatu wurde unverwechselbar verkörpert durch Max Schreck, Dracula durch Bela Lugosi und Christopher Lee. Wichtiger werden an diesem Abend noch die literarischen Vampire der Schauerromantik: William Polidori, Bram Stoker, Sheridan Le Fanu, Jules Verne, Nicolai Gogol haben sich wie Goethe in seinen Balladen den Untoten gewidmet. Das Theater Lübeck Lübeck setzt in der Uraufführung von „Die Tonight, Live Forever oder Das Prinzip Nosferatu“ einen neuen, kulturkritischen Akzent und verleiht Nosferatu eine neue politische Sprache.

Donnerstag, 21. März 2019
Dr. Alexej Baskakov:
Nikolai Gogol – zum 210. Jubiläum des Dichters
Nikolai Gogol (1809 – 1852), ist in Deutschland vor allem als Autor der „Toten Seelen“ bekannt, eines Hochstapler-Romans, der auch heute noch durchaus aktuell bleibt. Schon bald nach seinem Tode wurde er als Lehrmeister der gesamten nachfolgenden Schriftstellergeneration bezeichnet. Zentrale Figuren der literarischen Moderne wie Thomas Mann und Vladimir Nabokov zählten zu seinen Verehrern. Einige Facetten seines Werkes sind die nunmehr hochmoderne Thematik einer Großstadtmythologie mit surrealistischen Elementen, regionale Folklore, Schauder, Mystik sowie aparter Humor. Alexej Baskakov erinnert an einen eigenartigen, wunderlichen Dichter.

Donnerstag, 25. April 2019
Barbara Weidle, Stefan Weidle:
„Spaziergänge in Aleppo und ein Schneckenhaus in Tadmur“ – Notizen aus Syrien von Niroz Malek und Mustafa Khalifa
Wie es ist, als Schriftsteller in Aleppo zu leben, trotz Krieg, Zerstörung und ständiger Gefahr, und dabei noch zu schreiben, das erfahren wir aus dem poetischen Bericht des syrischen Autors Niroz Malek, dessen Buch »Der Spaziergänger von Aleppo« 2017 im Weidle Verlag erschien. In diesem Frühjahr folgt mit Mustafa Khalifas autobiografischem Roman „Das Schneckenhaus. Tagebuch eines Voyeurs“ eine Innenansicht aus den Gefängnissen unter Hafiz al-Assad. Das ist, in Tagebuchform geschrieben, ein Bericht aus der Hölle, so kühl und distanziert, so schmerzhaft wie notwendig. Der Text erschien auf Arabisch zuerst im Internet. Er spielte eine wesentliche Rolle beim Beginn der syrischen Revolution. 2007 wurde er auf Französisch publiziert, ein Jahr später auf Arabisch. Barbara und Stefan Weidle lesen die Texte und berichten von ihrer Zusammenarbeit mit den Autoren und der Übersetzerin Larissa Bender.

Donnerstag, 23. Mai 2019
Dr. Brigitte Heise:
Endlich in Rom
Briefe und Tagebuchaufzeichnungen deutscher Künstler und Dichter aus dem gelobten Land
Heute, im Zeitalter von Email, Smartphone, WhatsApp, ist die Briefkultur weitgehend verloren. Kurznachrichten haben die intensive schriftliche Kommunikation verdrängt. Umso lohnender – wenn auch etwas wehmütig gestimmt – ist ein Blick in das 19. Jahrhundert, das eine solch reiche Briefkultur hat, die uns in vielen Autographen überliefert ist. In den Briefen deutscher Künstler, Dichter wie Maler, die sich unter Opfern und Strapazen in den Süden aufgemacht haben, entsteht vor unseren Augen ein buntes Bild Italiens, des gelobten Landes, in all seinen positiven wie negativen Facetten. Gemälde und vor allem Zeichnungen der zumeist jungen Künstler ergänzen dieses Bild.

Donnerstag, 20. Juni 2019
Prof. Dietrich von Engelhardt:
Medizin und Literatur im Dialog
Medizin ist ein wesentliches und verbreitetes Thema der Literatur. Von der Antike bis in die Gegenwart haben Schriftsteller immer wieder den kranken Menschen und seine Krankheit, den Arzt und seine Therapie, das Krankenhaus, die soziale Umwelt und den kulturellen Kontext in Erzählungen und Romanen dargestellt und gedeutet. Literarische Werke haben den einzelnen Leser und das öffentliche Bewusstsein in ihrer Einstellung und ihrem Verhalten gegenüber dem Kranken und der Medizin beeinflusst und angeregt. Ebenso entfaltet Literatur ihre Kraft auch für leidende und kranke Menschen, trägt zur Medizin als medical humanities bei. Am Umgang mit Geburt, Gesundheit, Krankheit und Tod misst sich die Höhe der Kultur.

Donnerstag, 29. August 2019
Dr. Nikolas Immer:
Spurensuche im Kriegsgebiet – Theodor Fontanes Osterreise durch das besetzte Frankreich
In seinem zweibändigen Bericht „Aus den Tagen der Occupation“ (1871) schildert Theodor Fontane seine Reise durch Nord- und Ostfrankreich gegen Ende des Deutsch-Französischen Krieges. Ein großer Teil seiner Darstellung bezieht sich auf Bauwerke, Denkmäler und Kunstobjekte, deren Beschreibung es ihm erlaubt, „ästhetisch-architektonische Bekenntnisse“ zu formulieren. Darüber hinaus behandelt er die historische Bedeutung der aufgesuchten Sehenswürdigkeiten, so dass sich die Erkundung des Okkupationsgebietes mehr und mehr als eine Reise in die Geschichte Frankreichs erweist. Die „Litterärischen Gespräche“ freuen sich auf den Vortrag von Nikolas Immer, Privatdozent an der Universität Trier.

Donnerstag, 19. September 2019
Jutta Kähler, Dr. Jürgen Schwalm:
„Morgennatz und Ringelstern“
Ein Rezitationsabend mit Gedichten und Prosa von Joachim Ringelnatz und Christian Morgenstern
Subversives, lustvoll Anarchisches, Groteskes, Skurriles, Melancholisches und Ernsthaftes – dies alles findet sich in der Sprachphantastik von Ringelnatz (1883 – 1934) und Morgenstern (1871 – 1914). Wir falten wie die Rehlein die Zehlein, begegnen Palmström und Kuttel Daddeldu und dem „tiefsten deutschen Gedicht“, den „Galgenliedern“ und dem „Kinder-Verwirr-Buch“, das auch Erwachsene verwirren kann. Ringelnatz und Morgenstern verdanken wir mit die schönsten Liebesgedichte deutscher Sprache, „Muschelkalk“ und Margareta gewidmet. „Es ist aber zu hübsch: Man lacht sich krumm, bewundert hinterher, ernster geworden, eine tiefe Lyrik.“ Kurt Tucholskys Würdigung Morgensterns trifft sicher auch auf Ringelnatz zu.

Donnerstag, 24. Oktober 2019
Dr. Susanne Nordhofen:
Komik als Vergrößerungsglas – Satirische Elemente im erzählerischen Werk Thomas Hürlimanns
Hürlimann, 2012 mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet, ist ein genauer, scharfer und dennoch humorvoller Beobachter der Schweizer Gesellschaft, insbesondere der bürgerlichen Oberschicht. Seine detailreichen Schilderungen basieren vielfach auf eigenen Erfahrungen als Sohn eines Schweizer Bundesrates. Andererseits ist Hürlimann auch philosophisch gebildet; in der letzten Zeit hat er sich intensiv mit Heidegger beschäftigt. Scherz und Ernst liegen bei Hürlimann oft dicht beieinander.

Donnerstag, 21. November 2019
Jutta Kähler:
„Die schöne Stadt“ – Literarische Spaziergänge durch Salzburg
„Die schöne Stadt“ – nicht nur diesem Gedicht Georg Trakls begegnen wir auf einer Tafel bei dem Spaziergang durch die Mozartstadt. In dieser schönen Stadt, am Residenzplatz, findet am 30.April 1938 die Bücherverbrennung statt, darunter auch die Werke Stefan Zweigs. Zweig lebte im Paschinger Schlössl auf dem Kapuzinerberg, das Stefan Zweig Centre befindet sich heute in der Edmundsburg auf dem Mönchsberg gegenüber. Hermann Bahr, der „Prophet der Moderne“, Dramatiker und Kritiker, lebte hier. Salzburg ist auch die Stadt der Kindheit und Jugend von Thomas Bernhard. Jean Améry begeht 1978 im Hotel „Österreichischer Hof“, dem heutigen „Hotel Sacher“ Suizid. 2018 erhält der in Salzburg lebende Karl Markus Gauß den nach Jean Améry benannten Literaturpreis. Inzwischen ist die Stadt auch Schauplatz von Regionalkrimis wie dem „Jedermannmord“. Nicht alles ist so zuckrig wie eine Mozartkugel…