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Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Susanne Viernickel, Inhaberin des Lehrstuhls für Pädagogik der frühen Kindheit, Alice Salomon Hochschule Berlin
Die Lage steht nicht zum Besten: „Anspruch auf Kinderbetreuung unerfüllbar“ titelte die SZ vor einigen Monaten. „Erziehermangel bremst Ausbau der Krippenplätze“ hieß es in der FAZ im Herbst letzten Jahres. Das weiß auch die LN, die schrieb im letzten Jahr: „Lübeck gehen die Erzieherinnen aus“. Und überhaupt: „Land hinkt beim Krippenausbau hinterher“ (LN 8.11.2011). Dass die Eltern dann „auf die Barrikaden gehen“, musste auch Frau Borns leidvoll erfahren. Das ist aber nicht alles. Deutschland gibt zwar „für die Familienpolitik viel Geld aus – aber nicht dort, wo es nötig und wirksam ist“ (SZ 8.11.2011). Außerdem hat der Aktionsrat Bildung festgestellt, dass Deutschlands Kindergärten pädagogisch nur „Mittelmaß“ sind (SZ 28.2.2012). Dass das nicht so weitergehen kann, ist jedem klar. Das umstrittene geplante Betreuungsgeld ist zudem kontraproduktiv. In dieser Herausforderungssituation kommt es gerade recht, eine Expertin die Ziele ordnen zu lassen und die Rahmenbedingungen zu nennen und zu gewichten.
Wir freuen uns sehr, dass wir mit Prof. Dr. Susanne Viernickel eine ausgewiesene Kennerin zum Thema „Gute Bildung braucht gute Rahmenbedingungen – Was bedeutet das für Kindertageseinrichtungen?“ einladen konnten.
Ihr Vortrag geht davon aus, dass Kitas nicht nur Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern sollen, sie sollen auch Bildungsorte sein. Dieser hohe professionelle Anspruch dokumentiert sich auch in den Bildungsplänen und –programmen für Kindertageseinrichtungen, die es mittlerweile in allen 16 Bundesländern gibt.
Er kann allerdings nur unter bestimmten Bedingungen überhaupt eingelöst werden. Welche dies sind und was getan werden müsste, damit sie realisiert werden, ist Gegenstand des Vortrags und der anschließenden Diskussion.
Susanne Viernickel studierte Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie. Sie ist Diplom-Pädagogin. 1998 promovierte sie mit einer Arbeit über „Geteilte Bedeutungen in Interaktionen zwischen Kindern im 2. Lebensjahr“.
Dr. Susanne Viernickel ist seit 2007 Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit und seit April 2011 Prorektorin der Alice Salomon Hochschule Berlin. Sie ist Vorstandsmitglied der Deutschen Liga für das Kind und vom FRÖBEL e.V. sowie Mitglied der Kommission Pädagogik der frühen Kindheit (PdfK) in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Erziehung und Bildung im Kindesalter (BAG-BEK) und der Gesellschaft für seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH). Susanne Viernickel hat langjährige Erfahrung in der Leitung und Durchführung von Forschungs- und Praxisprojekten im Bereich frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung. Ihre Arbeitsschwerpunkte in Forschung, Lehre und Praxisentwicklung sind Bildungsprozesse in früher Kindheit, Beobachtung und Dokumentation, Professionalisierung frühpädagogischen Fachpersonals sowie Qualität und Evaluation in Kindertageseinrichtungen.

