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Dienstagsvortrag: Personalisierte Medizin - unsee Gesundheit im Umbruch

Datum:

Dienstag, 07.11.201719:30 h

Ort:

Großer Saal - Gemeinnützige

Wir befinden uns gegenwärtig in einer medizinischen Revolution, genannt personalisierte Medizin, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Die Möglichkeit, den Bauplan des menschlichen Lebens auszulesen und die Vorgänge in den menschlichen Zellen immer genauer und vollständiger zu verstehen, erlaubt es, Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Autoimmunerkrankungen früher zu erkennen und individuelle Therapien für den Patienten anzubieten. Wir verstehen langsam, wie wir alle ähnlich, aber doch verschieden sind, und dass darum Standardtherapien unterschiedliche Heilungschancen und Nebenwirkungen haben. Gleiche Krankheiten können unterschiedlichen Ursachen zugrunde liegen, deshalb sollen sie in Zukunft individuell diagnostiziert und behandelt werden.
In diesem Vortrag zeigen wir die Entwicklung der personalisierten Medizin auf, diskutieren ihre Mög-lichkeiten und Grenzen und hinterfragen, ob die fortschreitende Spezialisierung der Medizin tatsächlich eine Personalisierung beinhalten kann. Dabei sollen auch die kulturellen, ethischen und wirtschaftlichen Folgen zur Sprache kommen – von genetischer Diagnostik und gesundheitlicher Selbstoptimierung bis zur Ökonomisierung im Gesundheitssystem.
Prof. Dr. Busch studierte Theoretische Physik an der TU Darmstadt und am Trinity College in Dublin. Nach seiner Promotion im Jahr 2004 wechselte er als PostDoc in die Systembiologie und Tumorforschung an der Universität Heidelberg und im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.
Von 2009 bis 2016 forschte er am Freiburg Institute of Advanced Studies und später im Rahmen des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung im Bereich der Zellbiologie und entwickelte Methoden zur Diagnostik und Therapie bei Krebspatienten.
Seit Oktober 2016 ist er Professor am Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie und nutzt seine systembiologischen Ansätze für das Studium von Autoimmunkrankheiten, in der Kardiologie und der Tumorevolution im Krebs.

Prof. Dr. Borck wurde 1965 in Hamburg geboren. Er studierte Medizin, Philosophie, Religionswissenschaften und Medizingeschichte in Hamburg, Heidelberg und Berlin. In Berlin legte er 1993 seine Ärztliche Prüfung und 1994 seine Magisterprüfung in Philosophie (Magister Artium) ab.
Nach Forschungsaufenthalten in London, Bielefeld, Berlin und Weimar habilitierte er sich 2003 an der FU Berlin für das Fach Medizin- und Wissenschaftsgeschichte.
Von 2004-2007 forschte er an der McGill University in Montreal und ist seit Sommer 2007 Professor für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Naturwissenschaften an der Universität zu Lübeck und Direktor des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung.